Pfadfindertechnik: Orientieren

Orientieren

Wenn wir das Wort Pfadfinder auch nicht immer im wörtlichen Sinn verstehen, erwartet man doch, daß sich ein solcher auch im Gelände zurechtfinden kann. Kartenlesen und Orientierung sind wichtige Voraussetzungen dafür.

Die Himmelsrichtungen (mehr als nur Norden, Osten, Süden & Westen)


Nie Ohne Seife Waschen – Norden, Osten, Süden, Westen. Das hat wohl jeder in der Volksschule gelernt.

Es gibt aber noch viel feinere Unterteilungen der Windrose. Wie jeder Kreis wird auch sie in 360° im Norden beginnend im Uhrzeigersinn rechts herum unterteilt.

Eine noch feinere Unterteilung ist der „Strich“. Hier wird die Windrose in 6400 Strich geteilt, wobei ein Strich auf 1.000 Meter eine Abweichung von 1 m bedeutet. Diese Einteilung wird in der Seefahrt benötigt.

Für Landratten, wie wir es sind, reicht zumeist die sogenannte Marschzahl. Dazu teilen wir die Strich durch 100, also besteht für uns die Windrose einfach aus 64 Teilen.

 

Die Bussole bzw. der Kompass

Die Bussole besteht aus einer frei beweglichen Magnetnadel, einem drehbaren Teilungsring, einer Zielvisiervorrichtung und einer Anlegekante.

Der Zeiger richtet sich, wenn er nach allen Richtungen frei beweglich ist, in Richtung des Magnetfelds der Erde aus. Da die Feldlinien in weiten Bereichen auf der Erde und insbesondere in Mitteleuropa etwa in geographischer Nord-Süd-Richtung verlaufen, kann man aus der Richtung des Zeigers auf die Nordrichtung schließen.

Kompasskapseln sind in der Regel mit einer Flüssigkeit gefüllt, um die Bewegung der Nadel zu dämpfen. Dadurch vibriert sie bei Erschütterungen weniger, was das Ablesen erleichtert und Fehler verhindert, ohne dass dadurch das rasche Einschwingen verhindert wird. Dazu wird Öl verwendet, das nicht zum Rosten der Nadel führt und auch unter extremen Bedingungen nicht gefriert.

Finden der wahren Nordrichtung

  1. Drehe den Ring der Bussole mit der Gradeinteilung so lange. bis die Markierung auf N (0°) zeigt.
  2. Mit der so eingestellten Bussole, die du möglichst vor (wenn ein Spiegel vorhanden ist) oder knapp unter die Augen hältst, dreh dich solange bis die gefärbte Spitze der Kompassnadel auf die „N“ zeigt.
  3. Der Richtungspfeil weist jetzt genau nach norden. Über die Visiervorrichtung (Kimme und Korn) kannst du jetzt einen Geländepunkt anvisieren. Dieser befindet sich von deiner Position aus genau nördlich. Natürlich kann man mit dieser Methode jede beliebige Himmelsrichtung feststellen, einfach die Markierung auf die Gewünschte Richtung einstellen.

Finden der Marschzahl

Willst du jemandem, beispielsweise beim Blick von einem Aussichtspunkt oder bei einem Geländespiel eine Richtung angeben, tu das, indem du den Winkel zwischen der wahren Nordrichtung und der Sehlinie angibst. Diesen Winkel in Grad nennt man Richtungswinkel.
Ein Beispiel: Der Winkel zwischen N und NO ist 45°
Die Marschzahl beträgt 8 (=800 Strich)

Die Marschzahl eines Punktes findet man auf folgende Weise:

  1. Visiere über die Zielvorrichtung deiner Bussole den betreffenden Punkt an (in der Grafik die Kirche…)
  2. Ohne diesen Punkt aus dem Visier zu verlieren, drehe den Teilungsring so lange, bis sich die Nadelspitze auf der Deklination einpendelt.
  3. Jetzt kannst du die Bussole herunternehmen und die Marschzahl ablesen. Es ist die Zahl, auf die der Zeiger weist.

So ermittelt man die Marschzahl auf einer Landkarte:

  1. Richte mit Hilfe des Kompasses die Karte so aus, dass sie nach Norden zeigt.
  2. Identifiziere auf der Karte den Startpunkt der Wanderung.
  3. Suche den Zielort auf der Karte.
  4. Lege die Anlegekante des Kompasses/Bussole an den Startpunkt.
  5. Dreh den Kompass, so dass die Anlegekante oder Visierhilfe das Ziel anpeilt. Dabei muss die Kante weiterhin den Startpunkt berühren.
  6. Verdrehe den Skalenring entgegen dem Uhrzeigersinn, bis die Kompassnadel mit der Nord-Süd-Markierung übereinstimmt.
  7. Die angezeigten Grad sind die Marschzahl.

Finden eines Ziels mit bekannter Marschzahl

  1. Stell am Skalenring des Kompasses die zuvor ermittelte Zahl ein.
  2. Richte den Kompass so aus, dass die Nadel mit der N/S-Markierung übereinstimmt.
  3. Sieh durch die Visiereinrichtung oder entlang der Anlegekante.
  4. Kipp dabei den Spiegel, so dass du die Nadel im Blick hast und die korrekte Ausrichtung kontrollieren kannst.
  5. Suche nach einem markanten Objekt entlang der Sichtlinie.
  6. Geh bei deinem weiteren Weg auf dieses Objekt zu.

Ermitteln des eigenen Standorts

Um den eigenen Standort zu bestimmen, benötigt man 2 markante Geländepunkte, die man auch auf der Karte eindeutig findet. Dafür eigen sich zB. Kirchtürme, Ruinen, Straßenkreuzungen, usw.
Von beiden Punkten überträgt man die Marschzahl in die Karte. Dazu muß man die Marschzahl des Ziels finden, die Bussole eingenordet auf die Karte legen (dh. die N-Markierung muß auch auf der Karte nach Norden zeigen) und vom anvisierten Punkt aus einen dünnen Bleistiftstrich auf die Karte ziehen. Dort wo sich die beiden Linien dann kreuzen, befindet man sich.

Befindet man sich auf einer markanten Geländelinie (zB. eine Straße, ein Fluß oder ein Waldrand) gebügt es, einen Punkt auszumessen. Der eigene Standort befindet sich dann dort, wo der Strich die Geländelinie kreuzt.

Und wie geht das ohne Kompass?

Auch ohne Kompass und Bussole lässt sich die Himmelsrichtung einigermaßen genau feststellen.

Nach der sichtbaren Sonne

Man hält eine genau gehende Uhr waagrecht und dreht sich solange, bis der Stundenzeiger in Richtung Sonne weist. Die Linie, die den kleineren Winkel zwischen Stundenzeiger und der Zahl 12 halbiert weist nach Süden. (Zur Sommerzeit ist die Abweichung von einer Stunde zu berücksichtigen – also eine Stunde zurückdrehen.)

Nach dem Nordstern

Der Nordstern oder auch Polarstern ist der einzige (auf der Nordhalbkugel) der seine Position aufgrund der Erddrehung nicht verändert. Er steht (fast) genau im Norden. Zu finden ist er, indem man die “Hinterachse” des großen Wagens 5 x verlängert. (Er ist zugleich auch Bestandteil des kleinen Wagens.)

Nach dem Mond

Wenn gerade Vollmond herrscht, ist das Verfahren genau das gleiche wie mit der Sonne. Für alle Anderen Mondphasen gibt es kompliziertere Umrechnungen <|:-)

Nach der Vegetation

Freistehende Bäume oder Felsen weisen bei uns, da der Regen oft aus dem westen kommt, auf der Westseite stärkeres Moos auf. Da dies aber nur sehr ungenau die Richtung angibt, sollte diese Methode nur im Notfall verwendet werden.

Nach den Satellitenschüsseln?

…. und übrigens, alle Satellitenschüsseln (und der Stab in der Mitte) zeigen nach Süden, da die meisten europäischen Fernsehsatelliten „Astra“ im Süden stehen.

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